Kleiner philosophischer Ausflug

Einleitung:

Es gibt Situationen, da zerspringt der Geist in alle seine Bestandteile und ich verliere meinen sonst eher pragmatischen Zugang zu Herausforderungen. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, bin ich über diese Vorgänge glücklich, sonst könnte sich ein reinrassiger Technokrat etablieren und das kann´s wohl nicht sein. In dieser geistig orkanartigen Wellenbewegung sollte man Richtung halten, doch von beiden Wellenzeniten ist man überwältigt und das Ruder ist dem Bersten nahe. Keine fatale Situation, sondern eher eine zur Entscheidung zwingende, aber durchaus lebenswerte. Schonende Haltung einem selbst gegenüber ist hier nicht gefragt, weil ich überzeugt bin, dass ein Individuum auch mit selbstkritischer Reflexion zurechtkommen soll. Als geerdete und naturwissenschaftlich ausgerichtete Person ist es nicht immer leicht, emotionale oder sonderbare Überlegungen zu vermitteln, noch dazu, wenn man den Großteil seines Lebens durch rationale Zugänge zur Lösung von Situationen beitragen durfte. Dieser Zwiespalt ist eine echte Bereicherung und ich darf verantwortungsvoll Dritte mit meinen vielleicht schwer nachzuvollziehenden Interpretationen in Irritation und damit in Bewegung bringen. Einen hohen Anspruch, den ich da stelle, aber wie sonst bringt man das geistige Kräftespiel in Turbulenzen. Gibt man sich dieser Auseinandersetzung nicht hin, dann ist die Spielwiese des Geistes nicht in vollem Umfang genutzt, was ja jammerschade wäre.

Die kleine Einleitung war keine entschuldigende Erklärung sondern der ernstgemeinte Versuch zu vermitteln, was bei der Umsetzung einer Idee vor sich gehen kann.

Von der Titelgebung zu Bildern habe ich mich ja schon in einem meiner vergangenen Beiträge im Blog losgesagt, weil dadurch eine indirekte Beeinflussung stattfindet, mit der der Betrachter zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis kommt oder kommen kann.

Diesmal entstand für mich persönlich aber eine Titelvision, weil ich vorab die Farben festgelegt hatte und etwas in Verstreutheit Befindliches kommunizieren wollte.

Den Bogen soll und kann jetzt jeder weit spannen:

Zufallsprodukt,

Farbkübel mehrmals entglitten,

probieren und dann schauen wir mal,

oder doch mit Absicht?

Gelb und Weiß kann jeder in unterschiedlicher Weise einer Zuordnung unterziehen, Schwarz hat ebenfalls Symbolkraft, und wenn ich jetzt mit der dargestellten Zerstreuung von Weiß – Schwarz das Gelb bedecke, dann sind so nach und nach generierte Auflösungserscheinungen von Gelb visualisiert. Die Dominanz des Gelben im rechten unteren Bildteil soll nicht den Eindruck erwecken, dass eine von mir dargestellte mäßige Grundordnung auch tatsächlich ein Ausdruck von Friedfertigkeit ist.

Wem trotz meiner „klaren“ Überlegungen doch noch leichte Unklarheiten in den Sinn kommen, dem seien am Schluss einige wenige Stichwörter zu einer eventuellen Erleichterung der Interpretation gegeben:

Vatikan, Christentum, Diaspora, Gewalt ….

Genug gesagt, viel Freude beim Nach- und Vorausdenken!

Diaspora

Format: 56×81, halbgebogener Rahmen, verleiht eine weitere Dimension

Grüße aus dem Naturpark

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